Ratgeber · 4 Min. Lesezeit
Merkantile Wertminderung – warum dein Auto nach der Reparatur weniger wert ist
Die Reparatur ist perfekt. Der Wiederverkaufswert trotzdem im Keller.
Kurz und knapp
Die merkantile Wertminderung ist der Wertverlust, den ein Fahrzeug allein deshalb erleidet, weil es einen reparierten Unfallschaden hat. Bei einem Haftpflichtschaden steht sie dir zusätzlich zu den Reparaturkosten zu und wird vom Sachverständigen im Gutachten beziffert.
Geprüft von Christian Garic, Kfz-Sachverständiger · Stand: 26. August 2026
Warum es diesen Posten gibt
Beim Verkauf musst du einen reparierten Unfallschaden offenlegen. Käufer zahlen für ein Unfallfahrzeug weniger – unabhängig davon, wie gut repariert wurde. Genau diesen Verlust gleicht die merkantile Wertminderung aus.
Wann sie anfällt
Faustregeln aus der Praxis: Das Fahrzeug sollte nicht zu alt sein, die Laufleistung nicht zu hoch und der Schaden erheblich – ein reiner Lackschaden reicht in der Regel nicht. Bei jungen, hochwertigen Fahrzeugen sind vierstellige Beträge normal.
Starre Altersgrenzen gibt es nicht mehr. Entscheidend ist, ob das Fahrzeug am Markt noch einen relevanten Wert hat und ob der Schaden offenbarungspflichtig ist.
Wie sie berechnet wird
Es gibt mehrere anerkannte Methoden, die Reparaturkosten, Wiederbeschaffungswert, Alter und Laufleistung ins Verhältnis setzen. Welche Methode angewendet wird, muss der Sachverständige nachvollziehbar begründen – sonst kürzt der Versicherer.
Der häufigste Fehler
Wertminderung wird nur ersetzt, wenn sie geltend gemacht wird. Steht sie nicht im Gutachten, zahlt niemand sie freiwillig. Wir weisen sie in jedem Gutachten aus, in dem sie fachlich begründbar ist.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den allgemeinen Stand der Praxis wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für die rechtliche Durchsetzung arbeiten wir mit spezialisierten Verkehrsrechtsanwälten zusammen.